did Frankfurt „Ich habe gerne Gäste und viel Interesse an Land und Leuten. Solange die Gastschüler bei mir wohnen möchten, nehme ich sie gern weiterhin auf, denn wenn man in einer Gastfamilie wohnt, nimmt man wirklich wahr, dass man in einem anderen Land ist und kann Kultur und Leute kennenlernen. Man sollte versuchen, fremde Länder immer von „Innen“ zu erforschen, erst dann kann man sich ein Bild machen.“

Christine Schajka, Gastmutter
Der kleine Jack Russel Terrier Charley, Araberhengst Haashim und Stute Anielka und natürlich auch Gastmutter Christine empfangen seit über 10 Jahren Gäste in Ihrem Zuhause in Frankfurt Nieder-Eschbach. Wenn die Gastschüler auch noch die ganze Familie einladen wird’s manchmal ein bisschen eng – aber dafür umso gemütlicher!

Seit wann sind Sie als Gastfamilie für did deutsch-institut tätig?
Für did deutsch-institut sind wir bereits seit mehr als zehn Jahren tätig.

Was war Ihre Motivation, einen ausländischen Gastschüler bei sich aufzunehmen?
Ich habe gerne Gäste und viel Interesse an fremden Ländern und Menschen aus anderen Kulturkreisen. Außerdem möchte ich abends nicht allein essen. Die Gastschüler besuchen mich wieder und ich besuche sie in ihrer Heimat. Durch ein Inserat in der Frankfurter Rundschau sind wir auf did deutsch-institut aufmerksam geworden.

Wann haben Sie zuletzt Gastschüler in Ihrem Zuhause begrüßt?
Ständig, auch jetzt.

Aus welchen Ländern kamen ihre Gastschüler bisher?
Oh je... Ich hatte noch keinen Australier!

Wie viele Wochen haben die Gastschüler gewöhnlich bei Ihnen gewohnt?
Zwischen 4 Tagen und 2 ½ Jahren.

Welches Alter hatten Ihre Gastschüler?
Zwischen 15 und 50 Jahren.

Wie erleichtern Sie Ihren Gastschülern den Start in Deutschland?
Da ich selbst viel gereist bin, kann ich bei den meisten Studierenden, ausgehend von dem Leben in ihrem Land, die Unterschiede und Gemeinsamkeiten herausarbeiten. Dies geschieht nicht in der ersten Stunde sondern ist ein Prozess, der die gesamte Aufenthaltsdauer in Anspruch nimmt. Mit den älteren Studierenden rede ich auch viel über Politik, Kultur und das Leben.

Wie bringen Sie Ihren Gastschülern die deutsche Kultur näher?
Siehe unten.

Unternehmen Sie Aktivitäten gemeinsam mit Ihren Gastschülern?
Hauptsächlich ist es im Moment das häusliche Leben: Besuche bei meiner Tochter, Aufenthalt im Garten, Gespräche, gemeinsam Filme ansehen oder Theaterbesuche, zu denen ich sie manchmal einlade. Früher habe ich oft Besichtigungen in der Umgebung unternommen. Das Interesse daran ist im Moment nicht sehr groß.

Wie ist der Tagesablauf in Ihrer Familie während des Gastschüleraufenthalts organisiert?
Meine Gastschüler begleiten mich häufig auch zu meiner Tochter. Dort wird auch musiziert, wir essen gemeinsam und im Sommer halten wir uns oft in meinem großen Garten auf. Je nach Interessenlage können sich die Studierenden dort auch mit Freunden aufhalten, Spielen, spazieren gehen oder Grillen.

Welche Vorteile hat das Zusammenleben mit Ihrer Familie für die Gastschüler?
Er nimmt wirklich wahr, dass er in einem anderen Land ist und kann Kultur und Leute kennen lernen. Für viele ist ja schon das Klima, die Jahreszeiten usw. neu und erforschenswert und damit verbunden saisonales Essen. Da gehe ich von mir aus... Ich versuche, fremde Länder immer von Innen zu erforschen, erst dann kann man sich ein Bild machen. Als herausragendes Erlebnis kann ich da eine Reise zu einer Familie in Taschkent anführen. Das hat meine Sensibilität für das Leben in einer moslemischen Familie gesteigert, die Geschichte des Landes habe ich verstehen gelernt und die jetzigen Verhältnisse eines armen Landes gesehen. Das ist unwiederbringliche Erfahrung. Ich hoffe, dass die Gastschüler ebenso reichhaltige Erfahrungen machen.

Was ist Ihnen im Hinblick auf das Verhalten Ihrer Gäste besonders wichtig?
Bisher waren alle Gastschüler ehrlich. Ich lasse alle Türen offen und praktiziere Offenheit im Gespräch. Interesse am Haushalt sollte gegeben sein, so dass wir die laufenden Arbeiten gemeinsam erledigen können. Das ist auch eine Art der Kommunikation, die zu vielen netten Gesprächen (auch über die deutsche Kultur) Anlass gibt.

Welche Einstellung sollte ein Sprachschüler mitbringen, der sich für den Aufenthalt in einer Gastfamilie interessiert?
Weltoffenheit, nicht überheblich sein und Neugierde auf das neue Land.

Wie trägt das Zusammenleben in einer Gastfamilie zur Persönlichkeitsentwicklung bei?
Offenheit für unterschiedliche Lebensweisen, Toleranz, ...

Welche Möglichkeiten bietet das Zusammenleben mit Gastschülern?
Für mich ist der Besuch eines Gastschülers jedes Mal wie eine Reise in dessen Heimat. Ich erfahre viel von dem Land, auch aus den Unterschieden zu unserem Leben, wenn nicht direkt über dieses Land gesprochen wird.

Welche Erlebnisse mit Gastschülern sind Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben?
Zu viele Geschichten... Aber vielleicht ein Erlebnis: der usbekische Student hat seine Familie (Mutter, Bruder, Schwägerin und zwei Neffen) zu mir eingeladen, nachdem er schon nicht mehr hier wohnte, und ich hatte schon wieder zwei andere Studenten da. In meinem Wohn- und Schlafzimmer haben dann diese Gäste eine Woche lang gelebt, so dass in meinem knapp 100 qm großen Zwei-Personen- Haus plötzlich neun Personen gewohnt haben. Ein wunderbares Familienerlebnis.

Ihr Fazit:
Solange die Gaststudierenden bei mir wohnen möchten, nehme ich sie gern weiterhin auf.